Störer: Die beste Möglichkeit Inhalte vor dem Nutzer zu versteckenHeike Hörnschemeyer | LOYALTY & CONVERSION

Störer: Die beste Möglichkeit Inhalte vor dem Nutzer zu verstecken

Eine unserer Maßnahmen ist ein wöchentliches Quiz, bei dem die Nutzer einen Preis gewinnen können, wenn sie sich registrieren. Seit einigen Wochen ist das Quiz nun live, jedoch gibt es für uns immer noch neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Im letzten Beitrag ging es darum, wie wir das Quiz weiter optimiert haben. In diesem Beitrag geht es nun darum, mit welchen Mitteln wir erreichen, dass das Quiz die gewünschte Aufmerksamkeit erhält. Dabei möchten wir die Erfahrungen teilen, die wir mit der Wirkung von Störern in Vorschaubildern gemacht haben.

Unser Ziel: Ein Quiz als kontinuierlicher Conversion-Driver

Man könnte davon ausgehen, dass das Quiz als Mittel zur Generierung von Registrierungen nur auf Reichweite ausgelegt ist. Wäre dies der Fall, sollten die Gewinnspiele möglichst  groß angekündigt werden und einen besonders hohen Gewinn bieten. Allerdings haben wir uns bewusst dafür entschieden, keinen großen Gewinn anzukündigen, da dies oftmals viele Flybys anlockt, die sich einmalig nur für den Gewinn registrieren. Außerdem wäre es nicht möglich, jede Woche ein iPhone zu verlosen.

Unser Quiz zielt vielmehr auf eine kontinuierliche Generierung von Registrierungen und Anmeldungen ab. Deswegen gibt es jede Woche eine neues Quiz mit einem kleinen Gewinn, für den es dennoch lohnt, sich zu registrieren. Der Gewinn umfasst jede Woche einen 100€ Gutschein von einem Anbieter, der inhaltlich zum Thema des Quizzes passt.

Doch wie machen wir die Nutzer auf das Quiz aufmerksam? Wir nutzen verschiedene Ansprachen wie zum Beispiel das Bewerben auf Facebook, das Anteasern im oberen Bereich der Startseiten oder das Bewerben über Layer auf den Portalen. Seit einer Woche testen wir nun auch das Bewerben mit Outbrain auf unseren Portalen. Outbrain bietet Newsportalen die Möglichkeit, intelligente Artikelempfehlungen am Ende eines Artikels anzuzeigen.

Teaserbilder mit und ohne Störer mit Outbrain testen

Mit Outbrain ist es möglich, das Bewerben von Artikeln systematisch zu optimieren. Dazu werden verschiedene Teaserbilder und Überschriften angelegt. Outbrain testet dann, welche Teaserbilder und welche Überschriften am meisten Klicks erreichen.

Für das Quiz testeten wir ein Teaserbild jeweils ohne und mit Störer aus.

Outbrain Werbung ohne Störer

 

Heike Hörnschemeyer | LOYALTY & CONVERSION

Outbrain Werbung mit Störer

Ergebnis: Störer stören

Erstaunlicherweise werden immer die Teaserbilder häufiger angeklickt, die keinen Störer beinhalten. Getestet wurden verschiedene Variante mit unterschiedlichen Texten und jeweils einem Bild mit und einem ohne Störer. Im Durchschnitt zeigt sich bei den Varianten mit Störer eine Klickrate von 0,2 %. Die Klickrate bei der Variante ohne Störer ist 50 % besser und liegt im Durchschnitt bei 0,3 %.

Der Störer wurde anfänglich mit aufgenommen, damit das Quiz ein wiedererkennbares Element besitzt und die Nutzer es einfacher haben, jede Woche das neue Quiz zu finden. Außerdem sollten die Störer natürlich darauf aufmerksam machen, dass es etwas zu gewinnen gibt. Doch wieso bewirkt der Störer, dass der Artikel weniger Aufmerksamkeit erreicht?

Das Problem mit der Aufmerksamkeit im Internet

“Viel hilft auch viel” scheint hier nicht mehr zu funktionieren. Um zu verstehen, wie Aufmerksamkeit funktioniert, ein kleiner Exkurs aus der Wahrnehmungspsychologie: Aufmerksamkeit ist selektiv. Nicht alles, was wir wahrnehmen, erhält auch unsere Aufmerksamkeit.

Was wir wahrnehmen und was wiederum unsere Aufmerksamkeit erhält, hängt zum einen davon ab, welche Reize das Gesehene sendet. Ein Störer, der einen starken Kontrast zum Hintergrund darstellt, müsste somit die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Zum anderen aber hängt das, was letztendlich unsere Aufmerksamkeit bekommt, aber auch davon ab, wonach wir suchen, welches Vorwissen wir haben und welche Erfahrungen wir gemacht haben. Und wenn wir davon ausgehen, dass Störer in Bildern immer die Aufmerksamkeit der Leser auf sich ziehen, lassen wir die Erfahrungen der Nutzer außer Acht. Denn heutzutage haben viele Nutzer bereits gelernt, dass die vorgeschlagenen Artikel auch immer Werbung enthalten. Der Nutzer ist somit darauf bedacht, die redaktionellen Artikel aus den Artikelempfehlungen herauszufiltern. Inhalte, die auch nur annähernd an Werbung erinnern, werden daher direkt ignoriert. Und genau hier zeigt sich das Problem des Störers: Ein Störer ist sehr unüblich in redaktionellen Artikeln und wird deswegen direkt als Werbung herausgefiltert.

Unser Take-Away

In Zukunft werden wir bei der Bewerbung des Quizzes auf den Einsatz von Störern verzichten. Das Ergebnis unterstreicht den generellen Trend hin zum Content Marketing. Das Quiz stellt als redaktionelles Element einen Wert für den Nutzer dar. Nutzer erwarten, wenn sie unsere Plattformen besuchen, keine Gewinnspiele sondern redaktionelle Inhalte. Mit dem Quiz bieten wir einen redaktionellen Inhalt in Kombination mit einem Quiz und sollten es auch genauso bewerben. Ein Hinweis auf das Quiz und den Gewinn lediglich in der Überschrift oder im Teaser einzubringen, ist daher die bessere Lösung. Allgemein empfehlen wir im redaktionellen Bereich komplett auf Störer zu verzichten.

 

Über die Autorin

Heike Hörnschemeyer hat Interaction Design und Usability Engineering studiert und ist seit 2017 UX Designerin bei Project Loyalty & Conversion.

© 2019 Loyalty & Conversion · Crumbs Theme von WPCrumbs