Freemium Modell aus UX SichtFoto: Heike Hörnschemeyer

Freemium Modell aus UX Sicht

Das Freemium-Modell

Eine der ersten Maßnahmen, die wir als DNI Team zusammen mit unserem Digital-Team in Flensburg umgesetzt haben, war die Einführung eines Freemium-Modells bei mh:n Medien. Mit dem Freemium-Modell werden bestimmte Artikel auf den Nachrichtenportalen registrierungspflichtig. Ziel dabei ist es, die Anzahl der registrierten Nutzer zu steigern. Mit der Einführung des Freemium-Modells kommen wir dem Ziel, die Nutzer und ihre Bedürfnisse besser zu verstehen, Angebote daran anzupassen und letztendlich eine erfolgreiche Monetarisierungs-Strategie zu entwickeln, einen Schritt näher.

Anforderungen aus Nutzersicht

Aus der UX-Sicht war die zentrale Voraussetzung, dass der Registrierungsprozess so einfach wie möglich verläuft. Da das Ziel der Nutzer das Ziel hat den jeweiligen registrierungspflichtigen Artikel lesen zu können, ist es wichtig, dass dieses Ziel über den gesamten Registrierungsprozess hinweg nah erreichbar scheint und auch tatsächlich schnell erreicht wird. Dies wurde ermöglicht, indem der Registrierungsprozess komplett innerhalb der Artikelseite abläuft. So wird der Nutzer für die Registrierung nicht auf eine neue Seite umgeleitet. Dies vermeidet, dass der Nutzer verunsichert wird. Dieser Unterschied mag zunächst unbedeutend wirken, stellt aus Sicht des Nutzers aber einen wichtigen Faktor da.

Entwicklung des Prototypen

Nachdem Anforderungen wie diese ermittelt wurden und es erste Ideen und Entwürfe gab, wurde ein Prototypen in Axure erstellt. Da Axure ein sehr mächtiges Prototyping-Tool ist, war es damit möglich, alle wichtigen Funktionen darzustellen und in kleinen Nutzertests auf Usability und UX hin testen zu können.

Durch mehrere Iterationen bekamen wir ein immer besseres und sichereres Gefühl dafür, wie die Registrierung kommuniziert werden, aussehen und funktionieren sollte, um möglichst selbsterklärend, nutzerfreundlich und zielführend zu sein.

Hinsichtlich des Namens für das Freemium-Modell wurde “shz Plus” gewählt. Das “Plus” oder “Premium”-Konzept ist auf Newsportalen mittlerweile ein bekanntes und gelerntes Konzept, das den meisten Nutzern geläufig ist. Es ist direkt klar, dass hinter den Plus-Artikeln besondere Inhalte stehen. Ein Icon wurde entworfen, welches die Plus-Artikel kennzeichnet.

Prototypische Nutzerführung

Wenn ein Nutzer einen Plus-Artikel lesen möchte, gelangt er auf der Artikelseite zur Registrierung. Hier wird der Nutzer durch den gesamten Prozess geleitet: Will der Nutzer den Artikel lesen, muss er sich registrieren. Hier wird direkt deutlich, dass dies über die E-Mail-Adresse, aber auch per Google-Anmeldung möglich ist. Für den Fall, dass der Nutzer bereits registriert ist, steht direkt auch eine Login-Funktion zur Verfügung.

Bei der Neuregistrierung wurde besonderen Wert darauf gelegt, dass nur die nötigsten Daten angefragt werden und der Ablauf so schnell und einfach wie möglich geschieht. Daher muss der Nutzer beispielsweise kein eigenes Passwort vergeben, da dies einen erheblichen, kreativen Mehraufwand für den Nutzer darstellen kann. Stattdessen wird ein Passwort in der Bestätigungs-E-Mail versendet, welches später, nach Bedarf, geändert werden kann.

Nachdem sich der Nutzer dann registriert hat, erhält er direkt Zugriff und den Plus-Artikel. Hier wird allerdings noch der Hinweis gegeben, dass die Registrierung innerhalb von 24 Stunden bestätigt werden muss. Ohne dieser Bestätigung, wird dem Nutzer nach 24 Stunden der Zugang zu den Plus-Artikeln wieder verwehrt. Aber auch darauf wird der Nutzer hingewiesen und kann sich jederzeit einen neue Bestätigungs-Link zusenden lassen.

Einführung des Freemium-Modells

Wenn das Freemium-Modell nun im Januar 2018 online geht, wird es besonders spannend, welche Inhalte sich für “Plus-Artikel” eignen, da die Inhalte letztendlich ausschlaggebend sind. Es wird sich mit der Zeit zeigen, ob die Vermutungen und Erfahrungen, auf denen die Inhalte ausgewählt werden, auch für die Nutzer attraktiv genug sind, um sich zu registrieren. Da das Freemium-Konzept für die NOZ Medien, sowie für  mh:n Medien neu ist, wird dies eine spannende Lernphase werden, bei der einige, neue Erkenntnisse gewonnen werden können. Auch davon wird dann in unserem Blog zu lesen sein.

Über die Autorin

Heike Hörnschemeyer hat Interaction Design und Usability Engineering studiert und ist seit 2017 UX Designerin bei Project Loyalty & Conversion.

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